Zwerghühner und ihre Umgebung
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Die Zwerghuhnzucht hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr Freunde gewonnen. Bis zum Ersten Weltkrieg sahen Züchter in Zwerghühnern nur die sogenannten Urzwerge und vereinzelte verzwergte Rassen, wie die verschiedenen Arten der Zwergkämpfer. In den folgenden Jahren entstand eine Reihe Verzwergungen von Großrassen. Diese Tiere eroberten sich vor allem wegen ihrer beachtlichen Legeleistung bald einen großen Liebhaberkreis.
Trotz dieser Wandlung in der Zwerghuhnzucht werden die Zwerghühner auch heute noch durchweg aus Liebhaberei gehalten. Ihre Wirtschaftlichkeit beschränkt sich nicht allein auf hohe Legetätigkeit, sondern es kommen noch andere Faktoren wie Ansprüche an Unterkunft, Pflege und Fütterung hinzu. Unsere Zwerghühner sind nicht sonderlich anspruchsvoll. Das gilt besonders für unsere Urzwerge als die wirklichen Zwerghühner. Ihr lebhaftes, keckes und trotzdem zutrauliches Wesen begeistert Züchter und Liebhaber immer wieder von neuem. Zwerghühner, ob Urzwerge oder verzwergte Rassen, können im freien Auslauf (vorteilhaft für Gefiederglanz und -Struktur) und in der Voliere gehalten werden. Ein großer Vorteil unserer Zwerghühner ist, daß sie an die Größe des Auslaufes keine besonderen Ansprüche stellen. Auf nur wenigen Quadratmetern läßt sich ein kleines Stämmchen Zwerghühner halten, das bei einer sachgemäßen Pflege und Fütterung auch eine regelrechte Zucht gewährleistet. Ja, selbst dort, wo die Zucht großer Hühnerrassen nicht möglich ist, können Zwerghühner gehalten werden. Allerdings dürfen Stall und Auslauf nicht in einem dunklen Winkel liegen, sondern die Sonne muß mindestens einige Stunden täglich zu ihnen gelangen können
Die Bescheidenheit unserer Zwerge in bezug auf Stall und Auslauf regt den wirklichen Liebhaber und Züchter an, die Unterkunft seiner Pfleglinge praktisch und für das Auge gefällig zu gestalten. Den Ansprüchen und dem Geschick des Züchters sind keine festen Grenzen gesetzt, es gelten jedoch auch für die Zwerghuhnzucht die allgemeinen Grundsätze für Geflügelstallungen.
Der Stall, ob massiv oder doppelwandig, muß nicht übermäßig groß sein. Der Züchter sollte sich darin bewegen können, um ihn gut zu reinigen. Hell, luftig, trocken und zugfrei - das sind die Grundvoraussetzungen für den Stallbau. Man meide überflüssige Verzierungen und Ecken. Da Zwerghuhnställe in der Stadt naturgemäß kleiner sind als auf dem Lande, sollte seine gesamte Bodenfläche als Scharraum dienen, so daß die Tiere bei schlechter Witterung, besonders aber im Herbst und Winter, nicht erst ins Freie müssen, um in den Scharraum zu gelangen.
Kotbrett, Futtertisch, Trinkgefäße und Legenester werden erhöht angebracht. Als Einstreu dient im Sommer reiner Sand aus der Senne oder feiner Weserkies. Im Herbst bis zum nächsten Frühjahr sollte man dann auf Häcksel, kleingeschnittenes Stroh oder von Staub gereinigte Sägespäne zurückgreifen Auf jeden Fall muß der Stall ungeziefersicher sein, besonders geschützt vor Ratten und Mäusen. Krankheitsübertrager sind auszuschalten. Der Stall ist daher mit einem hinreichend starken Beton- oder Steinboden zu versehen, der das Eindringen dieser Schädlinge unmöglich macht.
Da der Auslauf meistens keine großen Abmessungen hat, sollte er sicherheitshalber mit einem starken engmaschigen Drahtgeflecht, das etwa 50 cm in den Erdboden eingelassen wird, umgeben werden. Auch für die Voliere verwendet man engmaschigen Draht, der Spatzen von den Tieren fernhalten soll. Kleinere Volieren werden zweckmäßig zur Hälfte überdacht.
In den Boden des nicht überdachten Teils, der im Sommer stets feuchtgehalten wird, bringe man öfters schnellkeimende Sämereien wie Rübsen, Hirse, oder Hafer, die den Zwergen eine gesundheitsfördernde Beschäftigung durch emsiges Scharren nach der gehaltreichen Keimfrucht bieten. Im Auslauf sind, je nach Rasse in entsprechender Höhe, eine oder mehrere Sitzstangen anzubringen, um die Zwerghühner zur Bewegung anzuhalten. Volieren an zugigen Stellen sollten in mindestens 40 cm Höhe mit Brettern oder Eternit umgeben werden.
Eins sollten wir uns merken: Alles, was nicht mit Liebe begleitet ist, ist nicht von langer Dauer. Ich denke an die Zucht, ich denke an die Bewertung. Ich meine aber auch, daß es ohne Kameradschaft und Hilfsbereitschaft nicht geht.
In der heute so materiell veranlagten Zeit, wo der Rechenstift vom Computer abgelöst worden ist, erfreuen wir Zwerghuhnzüchter uns an dem schönen Tier, erinnern uns in Dankbarkeit der Männer, die vor uns lebten und strebten, deren Erbe wir übernommen haben und es unserer Jugend weitergeben wollen. Über allem aber steht mit unverminderter Gültigkeit das Gebot, auch als Rechtsgebot, dein Werk und der Idee die Treue zu halten.
- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 12. Mai 2011 21:32
